Kammerchor  



Tableau Kammerchor H70-80mm; Ahornholz gedrechselt;
farbig gefasst mit Acrylfarben. Außerdem :Papier, Wollflusen, Watte. Oberfläche Mattlack.

Ein Chor stellt für Karl Rüdiger eine ganz eigene Lebenswelt dar. Er hat über Jahrzehnte einen Kammerchor geleitet und mit den Sängerinnen und Sängern geprobt, Konzerte gestaltet und Reisen unternommen. Dabei prägten sich ihm die Eigenarten von Sängerinnen und Sängern ein:
 • wie sie die Noten halten,
 • wie sie den Mund öffnen,
 • welche Pose sie beim Singen einnehmen
 • wie sich der Chor für einen Auftritt kleidet und
 • wie sich die Chormitglieder beim Singen bewegen.

Bewegungen können mit den Mitteln des Drechselns nur als "erstarrte Bewegungen" dargestellt werden. Nun ist es aber eigenartig, dass man in allen gemischten Erwachsenenchören die typische Sängerin oder den typischen Sänger antrifft.
Sie ähneln sich alle in verblüffender Weise im Habitus, im Gehabe, in der Art sich singend zu äußern. Am erfolgreichsten nähert man sich diesem Phänomen unter Zuhilfenahme karikaturistischer Elemente.

So auch hier. Und diese Art der Darstellung macht auch nicht vor dem Dirigenten halt.
Karl Rüdiger trug das Haar so, wie der Chorleiter des Chores oben. Und der herrisch fordernde Einsatz mit der gezielten Geste des hervorstechenden Armes wird erst dann in seiner ganzen komischen Attitude deutlich, wenn man schaut, was der Chor singt.

Auf den Notenblättern steht der Kanon "c-a-f-f-e-e, trink nicht so viel Caffee". Hier ist also die ironisch idealisierte Miniaturisierung einer ganz speziellen Lebenswelt entstanden.