Volkskunsthandwerk  

Meine Sammlung mit Erzeugnissen von Handwerkskünstlern und Spielzeugherstellern
zeigt Exponate aus dem Erzgebirge, aus Berchtesgaden, Österreich, der Slowakei, Ungarn,
Russland, Polen, Japan und anderen Ländern sowie Arbeiten aus der eigenen Werkstatt.


Erzgebirge, Bergmann und Engel, H 160 / 170mm


Ungarn, Bursche und Mädchen in Tracht, H 125mm

Die Sammlung umfasst derzeit etwa 1680 Figuren. Sie wurden in den Jahren 1974 bis heute zusammen getragen. Hinzu kommen etwa 500 Figuren aus der eigenen Herstellung.


Japan, Kokeschi Figuren, H 109 -120 mm

"Die echte Volkskunst entsteht aus dem künstlerischen Volksempfinden" (B. G. Wagner)
Der Begriff wird gern im populärwissenschaftlichen Bereich gebraucht, bleibt aber inhaltlich
diffus. Auch ist er ideologisch umstritten und wird daher verschiedentlich durch sein Synonym
"Handwerkskunst" ersetzt.


Salzburg, zwei Leuchterfiguren, H 146 mm


Polen, Bursche und zwei Mädchen mit Butterfass und Eimer, H 102 mm

 

Botho G. Wagner, Spielzeug aus dem Erzgebirge, Wilhelm Heyne Verlag

Kunsthandwerk wurde als Begriff erst in jüngerer Zeit geprägt. Dieser Begriff steht für ein Handwerk, für dessen Ausübung künstlerische Fähigkeiten erforderlich sind. Seine Produkte sind Unikate, die in eigenständiger, handwerklicher Arbeit und nach eigenen Entwürfen gefertigt sind.


Erzgebirge, Werkstatt Leichsenring, Blumenstand, H 30 -94 mm

Die Handwerkskünstler und Spielzeughersteller aus dem Erzgebirge und auch jene
aus den eingangs genannten anderen Herstellungsgebieten sind der Fertigung
von Holzkunst und Holzgestaltung verpflichtet, die eine jeweils regional
und individuell geprägte Produktion hervorbringt.

Sie betreiben vor allem Traditionspflege und deren Weiterentwicklung in die existentiell
notwendige Serien- und auch Massenproduktion.
Diese firmiert heute üblicherweise als Volkkunsthandwerk.


Erzgebirge, Björn Köhler, Krippe, Figuren H bis 120mm, Stall H 200mm

Die Sammlung zeigt den Funktionswandel vom Spielzeug zur Vitrinenkunst .
Sie zeigt den Wandel vom Spielzeug zum Sammelobjekt und Souvenir.
Auktionskataloge und Flohmarktpreise beweisen, daß traditionelles erzgebirgisches
Spielzeug bei Privatsammlern hoch im Kurs steht. Der Funktionswandel wird dann besonders
deutlich, wenn beispielsweise ein heutiger Hersteller eine limitierte Auflage als Souvenir
für interessierte Bürger und Gäste anbietet (Annaberg), Kleinserien für Sammler fertigt
(Leichsenring) oder auf der Verpackungsschachtel den Vermerk aufbringt:
echte erzgebirgische Handarbeit, kein Spielzeug. (Hennig Kollektion).

 


Figuren der Annaberger Weihnachtspyramide, H 100 mm
Hl.Katharina/ Agricola/ Verleger/ Adam Ries/ Barbara Uthmann


Werkstatt Leichsenring, Seiffener Mettengänger
Editionen 1998, 1996, 1995, H bis 100 mm


Henning Kollektion, Echte erzgebirgische Handarbeit,
Kein Spielzeug, H 39 -93 mm

 

Manfred Bachmann, Holzspielzeug aus dem Erzgebirge, VEB Verlag der Kunst, Dresden 1989

Geht man davon aus, daß das Sammelgebiet "traditionelles Erzgebirgsspielzeug" heute
als abgeschlossen gelten kann, dann liegt meiner Sammlung die Auffassung zugrunde,
daß auch die heutige Produktion von Erzeugnissen des Volkskunstgewerbes durchaus
sammelwürdig ist. Es ist meine Überzeugung, daß solche Stücke, die Drechslerinnen
und Drechsler, Berufsdrechsler und Hobbydrechsler heute fertigen, zu den Antiquitäten
von morgen zählen werden. In der Sammlung wird deutlich, daß der schöpferischen Methode
der Gegenwartsproduktion im Sinne von Traditionspflege nicht das Kopieren der alten Muster
zugrunde liegt, sondern deren mehr oder weniger freie Interpretation.


Erzgebirge, Miniatur von Uwe Uhlig, Aschenputtel, H 31 mm


Erzgebirge, Miniatur von Uwe Uhlig, Dornröschen, H 42 mm

Ich habe ausschließlich Gegenstände aus Holz, beziehungsweise Holz-verwandtem Material
- überwiegend gedrechselte - aber auch geschnitzte Stücke - mit gelegentlichen Zusätzen -
gesammelt. Die Sammlung zeigt, daß Holzgestalter die Tradition des Drechselns mit einer
zeitgemäßen Formsprache beleben. Sie belegen damit zugleich, daß eine Verwurzelung
in der Tradition keinen Rückschritt bedeuten muss, sondern dem Schaffensprozeß
neue Anregung geben kann. Formgestalten an der Drechselbank ist das Zusammenspiel
von bildnerischem Wollen und technischen Vermögen, gebunden an den Werkstoff Holz.


Erzgebirge, Walter Werner, Barocker Hofstaat, H 82/87 mm


Die Sammlung macht schließlich die fließenden Übergänge zwischen Volkskunsthandwerk
und fabrikmäßig hergestellter Ware aus der Spielzeug- beziehungsweise Souvenirmanufaktur
an etlichen Beispielen deutlich.


England, Hochzeitspaar als Tischkartenhalter, H 110 / 125 mm


Russland, Bursche und Mädchen im Matrjoschka - Stil
als so genannter Füllartikel für Wodkaflaschen, H 170 mm